Meerschweinchen sind sehr soziale Tiere und dürfen auf keinen Fall alleine gehalten werden. Die beste Konstellation ist ein Kastrat mit mehreren Weibchen, dies nennt man Harems Haltung und ist das natürlichste für die Tiere. Die Mindestmaße liegen hier bei 1qm für den Kastraten und 0,5qm für ein Weibchen. Natürlich ist es möglich auch nur zwei Tiere zu halten, allerdings ist eine Gruppe ab 3 Tieren immer besser damit die Tiere ihr ausgeprägtes Sozialverhalten richtig ausleben können. Ein ,,Mann" in der Gruppe schlichtet Streitereien zwischen den Mädels und sorgt für Ruhe und Harmonie. Man sagt auch das ein Kastrat für die Gesundheit der Weibchen gut ist und für einen Hormonellen Ausgleich bei den Damen sorgt. Meine Erfahrung zeigte mir über die Jahre das Weibchen die mit einem Kastraten zusammenlebten selten bis kaum hormonelle Probleme haben / bekommen.

Gegen eine reine Männer WG ist natürlich nichts einzuwenden, wenn man einige Kriterien beachtet, genügend Platz, sprich mindesten 1-1,5qm pro Tier, viele Verstecke mit zwei Ein/Ausgängen. Am aller wichtigsten ist, das die Tiere miteinander harmonieren, die Charaktere zusammen passen und alle kastriert sind. Bei der Kastraten Haltung ist zu beachten das es nach Möglichkeit immer eine gerade Anzahl an Tieren in einer Gruppe zusammenleben sollten.

Eine reine Weibchen Haltung ist auch möglich, dies ist jedoch sehr umstritten und für mich persönlich nicht die perfekte artgerechte Haltungsform. Aus diesem Grund vermittle ich meine Schützlinge nicht in reine Weibchen Haltung.

Zu Jungtieren gehört immer ein sogenannter Erzieher dazu. Dies ist ein gut sozialisiertes Tier ab einem Jahr. Es bringt den kleinsten das Meerschweinchen ABC bei.
Man beachte, nicht jedes Tier ab einem Jahr ist als Erzieher geeignet!
 

Für die ganzjährige Aussenhaltung sollten es mindestens vier Meerschweinchen sein, denn die Tiere bekommen kein Winterfell. Die Schweinchen bilden dann sogenannte ,,Trauben“ wenn sie frieren, plustern sie sich auf und wärmen sich gegenseitig. Die Fütterung sollte im Herbst Winter Energiereich sein Blättrige Kohlgewächse liefern viel Energie und fördern den ,,gesunden“ Winterspeck. Natürlich muss die Fütterung trotzdem abwechslungsreich sein. Auch die Größe der Schutzhütte muss an die Anzahl der Tiere angepasst werden, ist diese zu klein, finden nicht alle Gruppenmitglieder Platz darin,  ist sie viel zu groß oder zu hoch wärmt sie sich nicht ausreichend durch die Körperwärme der Tiere auf. Außerdem muss die Schutzhütte von allen Seiten gut isoliert sein und dick mit Einstreu und Stroh gepolstert sein. Zudem sollten unter dem oberen Rand der Hütte beidseitig jeweils zwei kleine Luftlöcher vorhanden sein damit die Luft zirkulieren und Feuchtigkeit abziehen kann. Die nassen Stellen müssen regelmäßig entfernt werden, ansonsten entsteht ein falsches Klima, durch die Feuchtigkeit fangen die Tiere an zu frieren. Das Aussengehege muss von allen Seiten richtig gegen Raubtiere/Fressfeinde gesichert sein. Dazu eignet sich ein Feuerverzinkter Volierendraht mit kleiner Maschenweite. Ein Großteil des Geheges sollte überdacht sein damit die Tiere sich auch bei schlechtem Wetter ausreichend bewegen und warm laufen können, hierfür muss das Gehege auch groß genug sein.
Futter und Wasser sollte nicht in der Schutzhütte angeboten werden, erstens wegen der Feuchtigkeit und zweitens wegen der Bewegung die die Tiere im Winter benötigen um warm zu bleiben. Im Sommer müssen genügend Schattenplätze vorhanden sein, die Tiere kommen mit kälteren Temperaturen besser zurecht als mit Hitze. Da Meerschweinchen Fluchttiere sind müssen genügend Versteckmöglichkeiten vorhanden sein in Form von Häuschen, Brücken, Röhren etc.

 Die Gehege Größe wird von der Anzahl der Tiere abhängig gemacht, jedoch müssen mindestens 1qm pro Tier zur Verfügung stehen und eine Rennstrecke am Stück von 2 Metern gewährleistet sein. Dazu zählen keine Etagen.